Wenn es einmal nicht klappt….

Wenn einmal der Wurm drin ist, ist der Wurm eben drin.

Durch die fränkische Schweiz, und die ist absolut eine Reise wert, ist man endgültig auf dem Land angekommen. Keine Wirtschaft, keine Läden, kein W-Lan. Am Sonntag früh breche ich auf, das Frühstück besteht zunächst aus einem Schokoriegel, laufe los und die Dörfer sind, freundlich ausgedrückt, verschlafen. Es findet sich keine Wirtschaft in die man einkehren könnte, kein Cafe das offen hätte. Die Wanderwege sind wunderschön, als solche ausgewiesen aber fallen nicht gerade durch Überlastung auf.

    Wanderwege wie Sand am Meer

Ich treffe den ganzen Tag so gut wie keine Menschenseele. Was machen die Leute hier bloß am Sonntag? Das Wetter ist herrlich aber selbst in ihren mehr oder weniger aufwendig gestalteten Gärten sind keine Leute zu sehen.

In Gößweinstein schließlich, ist großer Rummel angesagt und mein Tag neigt sich schon dem Ende zu. Hier sind die Läden auch am Sonntag geöffnet, aber es gibt wenig mehr als Andenken und Kitsch. Ich laufe noch zwei Kilometer weiter nach Tücherfels kehre dort in ein Cafe auf ein Radler ein und gehe dann auf den Campingplatz für die Nacht. Eine kurzfristige Entscheidung die ich aber alles andere als bereue. Dies ist einer der spektakulärsten Dörfer in der Gegend.

Die fränkische Schweiz vom ihrer schönsten Seite

Ich würde Euch ja so gerne noch schreiben, habe aber leider keinerlei Empfang.

Am nächsten Morgen läuft es super, früh geht’s los, das Cafe/Bäckerei hat schon offen, einen Kaffee und eine Butterbrezel gibt’s zum Frühstück, so kann der Tag beginnen. Ein solches Cafe würde bei uns eher nicht mehr überleben, aber die Brezel ist wirklich gut.

Eine alte Bäckerei

Weiter geht es bergauf und bergab, es kommen nicht wirklich viele Höhenmeter zusammen, aber es ist immer steil. In beiden Richtungen.  Vorbei an Burgen, viel durch Wald und eben kleine Dörfer. Heute gibt es zwar Wirtschaften, da aber Montag ist, haben sie alle Ruhetag. Also wieder nichts. Es ist wie verhext mit meinen Pausen. Heute ist es bedeckt, zunächst idealesWanderwetter, später zieht es weiter zu und Regen setzt ein. Regenjacke an,  dann auch noch die Regenhose.  Ein paar Kilometer später das ganze wieder ausziehen. Und das dann wiederholt. Trotzdem komme ich gut voran, nur eben Pausen machen so, in freier Wildbahn, keinen Spaß. Ich komme durch Lochau, ein Ortsschild gibt es leider nicht. Hier sind Szenen aus Heidi ins Bushäuschen gemalt. Ich wisste weder das Heidi in Lochau zuhause ist und bin mir kurz auch nicht sicher warum ich soweit gelaufen bin.

Heidis Heimat?

Und dann fasse ich einen Beschluss , ich werde heute einen ganz langen Tag laufen, Stadtsteinach ist das Ziel,
und morgen dann Pause machen. Gedacht getan. Am Ende wird es dann wirklich zäh. Die Füße tun weh, ich nehme sogar die Einlegesohlen aus den Schuhen um ein anderes Laufgefühl zu bekommen und den Druck auf die Füße zu verändern. Schließlich ist es vollbracht, die letzten Hügel hinauf, hinab und nochmal hinauf fallen unglaulich schwer. Der Empfang um kurz vor acht ist dafür umso freundlicher. Harald, die gute Seele des Platzes begrüßt mich herzlich, bietet mir zur Anmeldung Stuhl und Schnaps an und sorgt dafür, dass ich schnell einen guten Platz finde. Selbst zum Feierabend-Bier bin ich zu müde, da müsste man ja nochmal 100m laufen, das ist heute nicht mehr drin.

 

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