Mit dem Bus nach Portland

Eine Woche war ich in Acadia, bin Bus gefahren, war wandern und habe es tatsächlich geschafft auch mal nur auf den sonnigen Felsen am Meer zu sitzen und gar nichts getan.

Am dritten Tag ein Überfall auf Bar Harbor mit dem ich so nicht gerechnet habe. Im letzten Post habe ich noch behauptet, es sei nicht mehr so voll, da der Sommer hier offiziell vorbei ist. Wie sehr habe ich mich doch gewundert,  als ich eines schönen Morgens in die Stadt komme, es voll ist und an allen Ecken und Enden deutsch gesprochen wurde. Auch Macher auf der Busfahrt nach Southeast Harbor ist die Hälfte der Mitfahrenden deuschsprachig. Des Rätsel Lösung liegt im Hafen.

Tui hatte in den frühen Morgenstunden angelegt und seine ca 2000 Fahrgäste ausgespuckt. Am nächsten Tag waren es dann Holländer, dann auch mal Amerikaner, die durch die schiere Zahl auffielen, dann wieder Deutsche.

Trotz allem war es eine tolle Woche hier auf der Insel und jetzt bin ich auf dem Weg nach Portland, Maine. Morgens geht ein Bus von Bar Harbor zunächst nach Bangor, 50 Meilen ins Landesinnere.

Den nehme ich und bin sehr überrrascht, als die Fahrerin auf winkend Fahrgäste am Fahrbahnrand reagiert und ausser an den angegebenen Haltestellen auch zwischendurch nicht nur einmal hält. Beim Aussteigen läuft es ähnlich, man sagt ihr wo man hin will und wenn sie es irgend möglich machen kann, dann tut sie das eben auch. Service wird in diesem Land nach wie vor groß geschrieben.

In Bangor steige ich in den klassische Greyhound um, bin natürlich die einzige mit einem Rucksack und werde von den anderen Fahrgästen zu meinem woher und wohin befragt. Als ich von AT erzähle, sind alle Feuer und Flamme. Vor allem aber die Amisch, eine Familie mit zwei Kindern aus Kentucky und ein Paar aus Michigan unterhalten sich lange mit mir. Eine schöne Begegnung. Ebenso groß ist auch das Interesse einer jungen Afroamerikanerin, Mutter von 5 Kindern, die soeben ihren Saisonjob in Bar Harbor beendet hat und auf dem Heimweg nach Philadelphia ist. Der Trail zieht eben alle in ihren Bann.

 

Ich glaube ich werde in Zukunft öfter mal versuchen öffentliche Verkehrsmittel in fremden Ländern zu nutzen. Es ist einfach superspannend was man da erlebt, auch wenn mir natürlich hier keine Sprachbarrieren im Weg stehen.

Save travels 

Eure Angela

 

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